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Sep

Neubau Josefzentrum in Greven von e4 Architekten

Bildquelle: Stefan Brückner

Fassade

 

Noch in den 50er und 60er Jahren waren Kirchenneubauten keine ungewöhnliche Baumaßnahme, in 2021 sieht das schon anders aus. Vielerorts werden zwar Kirchen profaniert, ergänzt und/oder einer neuen Nutzung zugeführt. Der vollständige Neubau einer Kirche hingegen erfolgt nur noch selten. Im münsterländischen Greven hat sich die Gemeinde aufgrund der schlechten Bausubstanz und Energiebilanz dazu entschieden, die aus dem Jahr 1953 stammende Josefskirche zurückzubauen, um diese durch einen Neubau zu ersetzen und hat hierfür einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Aus diesem ging das Architekturbüro e4 Architekten aus Münster unter der Federführung der Architekten Manfred Frericks und Inés Croce-Fericks mit seinem Entwurf als Sieger hervor. Und so ist die alte Josefkirche dem neuen Josefzentrum gewichen, der Kirchturm einem hohen Satteldach, der einstige Ort der Bedächtigkeit und Ruhe ist jetzt auch explizit ein Ort der Kommunikation.

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Bildquelle: Stefan Brückner

Der moderne Sakralbau passt mit Blick auf seine Gestalt, aber vor allem aufgrund seiner Zeichnung eines zeitgemäßen Verständnisses von Religion und Kirche absolut in die Zeit. Der geschlämmte Wasserstrichziegel, der mal rötlich, mal nahezu weiß erscheint, wurde von Deppe Backstein hergestellt. Das changierende Klinkerkleid schafft den Spagat zwischen neuer, moderner Identität und Reminiszenz an den rustikalen roten Backstein der ehemaligen Josefskirche, gibt dem Ort bei aller Neuerung folglich auch ein Stück der gewohnten Identität zurück.

Hohe Anforderungen an den Neubau: markant, flexibel, sakral

Die alte Josefskirche prägte mit ihrem markanten Volumen das städtebauliche Umfeld und übernahm damit eine identitätsstiftende Funktion für den Ort Greven. Nachdem das Gebäude zurückgebaut worden war, verblieb zunächst ein leerer Raum innerhalb einer heterogenen Bebauungsstruktur. Die Anforderungen an das neue Josefzentrum waren klar definiert. So galt es nicht nur, eine Lücke zu füllen, sondern ein weitaus sichtbares städtebauliches und identitätsstiftendes Element zu entwickeln. Ferner sollte das Raumkonzept des neuen Gemeindezentrums in höchstem Maße flexibel sein, um das Zusammenkommen von Gemeindemitgliedern, Vereinen und Jugendgruppen zu ermöglichen – dabei jedoch alle liturgischen Anforderungen erfüllen und das Ambiente eines spirituellen Ortes vermitteln. Keine leichte Aufgabe, der sich das Team von e4 Architekten zu stellen hatten. „Wenn man an einen flexiblen Raum denkt, dann ist dieser erst einmal relativ neutral. Ein Kirchenraum darf aber nicht neutral sein. Er muss sakrale Elemente beinhalten, damit Besucher ihn als Kirchraum erkennen“, erklärt Mandred Frericks von e4 Architekten die besondere Herausforderung in der Planung.

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Bildquelle: Stefan Brückner

Andere Zeiten, andere Gotteshäuser

Den Architekten ist es gelungen, sich von der Diskussion und in Teilen auch Trauer wegen des Rückbaus der alten Josefkirche frei zu machen, den Blick gen Zukunft zu richten, den Standort mit Hilfe des neuen Zentrums als Kombination aus Kirche und Gemeindehaus weiterzuentwickeln und nicht zuletzt zu vitalisieren. Dabei übt sich der Neubau in angemessener Zurückhaltung, nimmt durch seine Gestalt und die vielseitige Funktion aber dennoch seinen festen Platz im Ort ein. Als Mitte des sozialen Umgangs und des Miteinanders bietet der neue Kirchplatz mit seiner hohen Aufenthaltsqualität Raum für Gemeindemitglieder, aber auch für alle Stadtbewohner – stellt damit einen Treffpunkt für das gesamte Viertel dar und kann für diverse Veranstaltungen wie Gemeindefeste genutzt werden. Der Kirchhof bildet eine geschützte Vorzone und stellt einen fließenden Übergang zwischen Gebäude und öffentlichem Raum dar, lädt dazu ein, das neue Zentrum zu betreten. Ein geschlossener, zur Grundstücksgrenze vorgelagerter begrünter Innenhof legt sich schützend vor den öffentlichen Raum und stellt einen Bezug zur Natur her.

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Bildquelle: Stefan Brückner

Transparent und flexibel – so geht Kirche heute

Mit dem Ziel, als einladender Ort des Zusammenkommens wahrgenommen zu werden, verschwindet der neue Kirchraum nicht hinter dicken Mauern, sondern besticht durch Transparenz und Offenheit, ohne die für einen sakralen Bau nötige Ruhe zu verlieren. So kann der Kirchraum nach Norden über Glaselemente vollständig Richtung Kirchhof geöffnet werden. Auch im Süden ermöglichen großzügige Fensterfronten den Blick gen Patio. Die Transparenz und flexible Öffnung von Elementen findet sich auch im Innenraum wieder. Denn über Trennwände können dem Kirchraum gleich zwei Gruppenräume zugeschaltet und das Raumangebot auf diese Weise enorm erweitert werden. Die einfache geometrische Form des sehr hohen Satteldachs ist im Innenraum erlebbar, wurde einheitlich mit Holz verkleidet und verleiht dem Raum die nötige Ruhe. Durch diese zurückhaltende Gestaltung werden die liturgischen Elemente wie der Tabernakel und der Altar in Szene gesetzt. Lediglich die Giebelwand hinter dem Altar ist innenseitig weiß gestaltet. Diese Fläche kann für Beamerpräsentationen unterschiedlichster Gottesdienstformate genutzt werden.

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Bildquelle: Stefan Brückner

Prägende Elemente erhalten und integrieren

Um eine Verbindung zum Vorgängerbau herzustellen und die notwendige spirituelle Stimmung zu entwickeln, haben sich die Architekten dazu entschieden, das Sandsteinportal der Josefskirche am Haupteingang des Neubaus zu platzieren, ebenso wurden die historischen Rundbogenfenster und die Rosette in den Neubau integriert. Nicht zuletzt findet sich das Sandsteinkreuz der alten Kirche am Giebel des Neubaus wieder.

Neue alte Identität

„Wir wussten um die Emotionen, die im Rahmen der Diskussion über den Rückbau der alten Josefskirche entstanden waren. Um den Kritikern ein Gefühl von Erhalt zu vermitteln, aber auch um dem Ort ein Stück der gewohnten Identität zurückzugeben, haben wir uns für einen Wasserstrich-Ziegel von Deppe Backstein entschieden, der durch eine weiße Schlämmung nahezu weiß wirkt und so das gewünschte Signal des Aufbruchs vermittelt, mit seinem durchscheinenden roten Scherben jedoch an die Farbgebung des Vorgängerbaus erinnert“, erklärt Frericks die Beweggründe für die Auswahl des Fassadenmaterials.

www.e4architekten.com

www.deppe-backstein.de


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